Worüber erzählt „Daheim in den Bergen” Brigitte Müller wirklich?

[…]Einerseits unternehmen Sebastian und Lorenz Schritte zur gegenseitigen Versöhnung, und andererseits entstehen neue Trennungen zwischen ihren Kindern. Und weil, wie ich schon bemerkt habe, was trennt, sind die gegensätzlichen Emotionen der Figuren, muss man daraus schließen, dass auch zwischen den Kindern so widersprüchliche Emotionen entstehen werden, dass sie es unmöglich machen, miteinander auszukommen. Und man sieht schon jetzt, dass  die Emotionen Georg und Marie trennen werden. Georg ist explosiv, reagiert auf jeden Stress mit Wut, und Marie wird von Angst beherrscht. Und wie bringt man das miteinander in Einklang? Es gibt auch keinen Grund zu glauben, dass sie etwas gegen die negativen Emotionen unternehmen werden, die sie beherrschen, es sei denn, das Leben zwingt sie dazu. Da das, was die Helden trennt (sie daran hindert, zusammen zu sein), ihre Emotionen sind, ist es nicht länger überraschend, dass jeder Charakter hier ein ernstes emotionales Problem darstellt. Aber weder durch Zufall noch auf der Flucht ist der Psychotherapeut hier aufgetaucht. Jan sollte sicherlich eine Schlüsselrolle dabei spielen, diese internen Spaltungen in der Familie zu begraben.    Seine Rolle sollte eine doppelte sein: Einerseits sollte er die Situation aufheizen und so Marie und Georg zeigen, wie sie wirklich sind („der König ist nackt”), und andererseits sollte er ihnen helfen, das Glas zu entfernen, das sie trennt. Die übrigen Paare sollten ebenfalls das unzerbrechliche Glas trennen. Und Jan sollte ihnen helfen, sich zu versöhnen. Welche Rolle sollte Liam beim Füllen der Gruben in dieser bayerischen Familie spielen? Da Liam Anwalt ist, sollte er die rechtlichen Hindernisse in der Familie beseitigen, um die Versöhnung zu vollenden, die außerhalb von Lisas Rechtsfähigkeit liegen. Implizit – Strafrecht. Liam ist ein Frauenfeind, daher wäre es seine Aufgabe, eine Frau zu verteidigen, die wegen Mordes an ihrem eigenen Ehemann verurteilt wurde. Als Therapieform für ihn ist das selbstverständlich. […]

„Wo der Teufel nicht selbst hin will, schickt er ein Weib”

Mirjam hat mehr als einmal in ihrem Leben bewiesen, dass sie für Lea in der Lage ist, viele Widerstände zu überwinden und sogar mit einem persönlichen Feind zu kommunizieren. Und genau das war Lisa für sie gewesen, seit sie ihre Tochter vor Gericht verloren hatte. Diesmal war es nicht anders. Mutters Liebe überwog ihre AbneigungCzytaj dalej „„Wo der Teufel nicht selbst hin will, schickt er ein Weib””

Florians Verteidiger

Florian trifft sich zum zweiten Mal seit seiner Verhaftung mit Achenbach. Er verstand, dass damals es ein Zufall war.  Der Anwalt war im Dienst und wurde gerufen. Es fiel einfach auf ihn. Er war bei ihm, als er der Polizei und dem Staatsanwalt Erklärungen gab. Er hatte Zeit, sich mit dem vertraut zu machen, wasCzytaj dalej „Florians Verteidiger”

Patt

Vom Nebelhorn fällt eine Lawine auf Georg: eine Anklage wegen Körperverletzung und Beleidigung aufgrund rassistischer Motivation und Schmerzensgeldprozess. Zudem war noch unklar, welche Anklage der Staatsanwalt gegen ihn erheben würde. Achenbach legte der Familie nicht nur die finanziellen Forderungen, sondern auch die Forderung nach öffentlichen Entschuldigungen vor. In Anbetracht dessen, worum es in der Entschuldigung ging – um einen rassistischen Angriff – war dies von Anfang an inakzeptabel. Eine solche Entschuldigung wäre ein Eingeständnis von Schuld. Sebastian musste, ob er wollte oder nicht, nach einer Lösung suchen, denn das Gespenst einer Schande hing über der Familie, die nicht gelöscht werden konnte. Also bat er Lisa, ihm bei der Lösung dieses gordischen Knotens zu helfen.

Ein rassistischer Skandal

„Und sind Sie sicher, dass es keinen anderen Grund für Leitners Angriff auf Ihren Sohn gab?”, fragte Anwalt
„„Natürlich. Mein Sohn hat mich noch nie über irgendetwas angelogen. Außerdem ist eine Mitarbeiterin von Herrn Leitner, Sarah Blumental, bereit zu bestätigen, dass Herr Leitner meinen Sohn mit menschlichen Läusen verglichen hat, die man in den Boden reiben sollte“, sagte Samuel, dann seufzte er fest und wischte sich den Schweiß mit einem Taschentuch von der Stirn. […] Als der Professor um das Schmerzensgeld für seinen Sohn besorgt war, kämpfte Jan mit seinem Gewissen. Nachdem sein Vater gegangen war, besuchte ihn Isaak. Erst gestern saß Jan an Isaaks Bett. Kaum eine einzige Seite im Kalender drehte sich, als die Rollen sich drehten, und es war Isaak, der an seinem Krankenhausbett saß. Jan verdrehte vor Schmerz sein Gesicht, als er versuchte, sich hochzuziehen und sich höher auf seine Kissen zu setzen.
„Bekommst du Schmerzmittel?“, fragte Isaak
„Wozu? Ich habe mir meinen Schmerz gut verdient“, erwiderte Jan
„Ich möchte nicht, dass du leidest.“
„Willst du mir die einzige Erleichterung für mein Gewissen wegnehmen?”, rief Jan bitter aus. „Ich hab dich aufgegeben.“